16. Mai 1935 – 13. April 2026
«Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.» (Offenbarung 2,10)
In tiefer Dankbarkeit blicken wir auf das Leben von Ruth Kunz-Rinder zurück. Am 13. April 2026 ist sie, nur wenige Wochen vor ihrem 91. Geburtstag, verstorben. Mit ihr verliert die Familie eine liebevolle Mutter, Grossmutter und Schwester. Die SMG verliert eine Frau, deren Leben von einem unerschütterlichen Glauben und einem treuen Dienst am Nächsten geprägt war.
Schon früh verspürte Ruth den Ruf in die Mission. Ihr Wunsch war es, als Single-Missionarin nach Japan zu gehen. Doch Gott führte sie bei einem Heimataufenthalt mit Arthur Kunz zusammen. Gemeinsam entschieden sie sich für einen Weg, der sie über vier Jahrzehnte hinweg eng mit Japan und seinen Menschen verbinden sollte.
Mit der SMG im Einsatz, bei der Liebenzeller Mission, in Japan war ihr gemeinsamer Dienst getragen von Hingabe – und zugleich von schweren Prüfungen. Tief eingegraben in die Erinnerung bleibt das tragische Ereignis in der Stadt Ishioka: Durch Brandstiftung verlor die Familie ihr Haus und ihre erste Tochter Damaris kam im Alter von nur zwei Jahren ums Leben.
Trotz dieses unermesslichen Schmerzes hielten Ruth und Arthur an ihrem Auftrag fest. Ihr Vertrauen in die Liebe Gottes blieb das feste Fundament, auf dem sie ihre Leben weiter bauten.
Ruth war das Herz ihrer Familie. Mit Arthur durfte sie vier weitere Kinder grossziehen: Priscilla, Tabitha, René und Markus. Es war ihr eine tiefe Freude zu sehen, dass ihre Kinder den Glauben teilten. Besonders erfüllte es sie, dass ihre Töchter Priscilla und Tabitha als Missionarinnen nach Japan zurückkehrten.
Während Arthur stark in der Gemeindearbeit und später in der Missionsleitung engagiert war, stand Ruth ihm treu zur Seite. Sie teilte mit ihm die Freuden des Dienstes in Kawasaki ebenso wie die Herausforderungen der späteren Jahre, als seine Gesundheit nachliess und 1991 die Rückkehr in die Schweiz notwendig wurde.
Nach dem Abschied von ihrem geliebten Missionsfeld lebte Ruth in der Schweiz, aktiv und engagiert. Unter anderem durch das Korrekturlesen vom SMG-Magazin sowie durch ihre Mitarbeit in einer japanischen Diasporagemeinde in der Schweiz.
Nach dem Tod ihres Mannes (2001) blieb sie ein Vorbild an Gottvertrauen und Treue. In ihren letzten Tagen durfte sie die Gewissheit tragen, die in Johannes 17,24 zum Ausdruck kommt: die Herrlichkeit Jesu zu sehen.
Wir nehmen als Familie und als Missionsgemeinschaft Abschied von einer Frau, deren Leben ein lebendiges Zeugnis von Treue, Hoffnung und Vertrauen war.
In stillem Gedenken und herzlicher Verbundenheit
Für die Missionsgemeinschaft
Beat Leuthold